Digitaler Turbo für die Wirtschaftswelt

Die Veränderung von Geschäftsmodellen durch die Digitalisierung

© Nadla / iStock
April 18, 2016
Hans-Werner Wurzel
Präsident
BDU e.V.

Die Vorstände und Geschäftsführer aller großen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland beschäftigen sich mit Digitalisierung, wenn auch mit unterschiedlicher Intensität. Wenn das Wort »Megatrend« irgendwo seine Berechtigung hat, dann bei der Veränderung von Geschäftsmodellen durch die Digitalisierung. Gerade die Industrieunternehmen, aber ganz deutlich nicht nur diese, werden durch die Digitalisierung ihre heutigen Geschäftsmodelle auf den Prüfstand stellen müssen. Alles, was digital ist, steht – theoretisch – weltweit zur Verfügung, kann aber auch fast überall erzeugt werden. Die Digitalisierung wird der Globalisierung also zusätzlichen Schwung verleihen. Und das Thema der Wettbewerbsfähigkeit wird wichtiger denn je.

Eine Bestätigung der Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland ist die Entscheidung von IBM, die (Schalt-)Zentrale für die Entwicklungen rund um den hauseigenen Supercomputer Watson in München anzusiedeln. Dieser besonders leistungsfähige Großrechner wird zu den weltweit herausragenden Technologielösungen zur Simulation von Intelligenz gezählt. Mit seiner Nutzung und der Unterstützung von speziellen Anwenderprogrammen ist es möglich, riesige Mengen von Daten, wie sie zum Beispiel in einer Maschine oder einer Produktionsstraße anfallen, zu sammeln, zu speichern und zu analysieren. Die Amerikaner setzen mit aller Macht auf neue, eigene Geschäftsmodelle als wichtigen Treiber für Umsatz und Gewinn. Aber auch Kunden nutzen die umfangreiche Angebotspalette von IBM, die durch den »Supercomputer« möglich wird.

Die Meldung verkörpert eine über den nüchternen Inhalt hinausgehende Botschaft für den Standort Deutschland und dessen künftige Entwicklung. Die damit einhergehenden milliardenschweren Investitionen werden der Industrialisierung des Internets hierzulande einen zusätzlichen, riesigen Schub verleihen, speziell der Digitalisierung des verarbeitenden Gewerbes. Deutschland beziehungsweise München wurde in diesem Zusammenhang mit Bedacht ausgesucht: Nirgendwo sind die Einsatzgebiete des »Internets der Dinge« so ideal ausgeprägt wie hier. Das verarbeitende Gewerbe ist breit aufgestellt und reicht vom Auto über den Computerchip bis zur Zahnradbahn.

Marktchancen werden jetzt vergeben

Zum Thema »Industrie 4.0/Digitalisierung« sind auf verschiedensten Ebenen zahllose größere und kleinere Initiativen aufgesetzt worden. Auch die Politik hat die Herausforderungen der digitalen Transformation für Deutschland erkannt und als eine der zentralen Gestaltungsaufgaben für die kommenden Jahre angenommen. Egal, ob man beispielsweise die 2015 gestartete Plattform Industrie 4.0 mit rund 250 Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft oder die weltweit erste industrieübergreifende 4.0-Anlage der Technologie Initiative SmartFactory Kaiserslautern betrachtet, eines ist allen gemein: Sie haben sich zum Ziel gesetzt, den Standort Deutschland als Vorreiter und Motor für die digitale Transformation in der globalen Wirtschaft und Industrie zu positionieren. Und es ist von überragender Bedeutung, dass dies auch gelingt. Der Wettbewerb um die beste Ausgangsposition in der jetzigen Startphase des neuen Industriezeitalters ist hart. Aber jetzt gilt es: Wer den Anschluss verpasst, wird das nicht mehr aufholen können.

© Daimler AG

Leider gibt es in Deutschland hierbei nicht nur Licht. Ausgerechnet der Beschäftigungsgarant, der Mittelstand, hinkt – zumindest in Teilen – hinterher. Im Rahmen einer Mittelstandsstudie der Commerzbank vom Mai 2015 sagten 63 Prozent der 4.000 befragten Top-Entscheider aus mittelständischen Unternehmen quer durch alle Branchen aus, dass der Mittelstand das Thema Digitalisierung derzeit noch eher vernachlässigt. Dabei sind die Chancen des vierten Revolutionsschrittes in der industriellen Produktion enorm: Allein die Perspektive auf eine rentable Fertigung selbst kleinster Mengen bei vernetzten, ressourcenschonenden und effizienzorientierten Prozessen stellt eine riesige Triebfeder dar. Aber es reicht nicht aus, nur auf digitale Technologien zu setzen. Die Veränderungen und Anpassungen, die in den Unternehmen und Organisationen initiiert und umgesetzt werden müssen, sind ganzheitlich zu betrachten. Betroffen sind Geschäftsmodelle, Prozesse oder Lieferketten genauso wie Vertriebsstrukturen, Marketing oder Mitarbeiterentwicklung. Und: Alles muss ausgerichtet und verknüpft sein mit der auf die digitalen Chancen ausgerichteten Geschäftsstrategie.

Consultants unterstützen Klienten auf allen Ebenen der Digitalisierung

Den Unternehmensberatern kommt bei der digitalen Transformation eine wichtige Rolle zu.

Es beginnt mit der grundsätzlichen Orientierung. Die Klienten wollen zunächst verstehen, wie die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung das bisherige Geschäft verändern werden, welche Chancen entstehen und wo die Risiken liegen. In den nächsten Schritten stehen die Details und Vertiefungen auf drei Ebenen im Mittelpunkt:

Strategie und Geschäftsmodelle

Die Klienten benötigen Unterstützung, um ihre Strategien an den immer stärker werdenden Kräften der Veränderung und des Wettbewerbs schnell und erfolgversprechend auszurichten. Im Kern geht es darum, bestehende Geschäftsmodelle gegen neue Wettbewerber abzusichern und gleichzeitig neue lukrative Geschäftsfelder aufzubauen. Kurzum: In den Strategieprojekten gilt es, den priorisierten Wertschöpfungshebel für die digitale Unternehmenszukunft zu finden. Dazu gehört unter anderem auch, gemeinsam mit den Klienten Investitionsprioritäten für die digitale Strategie festzulegen und zu klären, welche Geschäftsbereiche von den digitalen Trends und der Wertverschiebung profitieren und welche vernachlässigt werden können.

Unternehmensberater befinden sich hier in einer besonderen Position, da sie in vielen Beratungsprojekten schon intensive Erfahrungen auch in anderen Branchen sammeln konnten. Bereits erfolgreich praktizierte Methoden oder Lösungen lassen sich oft – in angepasster Form – von einer Industrie- oder Wirtschaftssparte auf die andere übertragen.

Prozesse und Technologie

Die strategischen und taktischen Vorteile müssen in einem nächsten Schritt durch effektive operative Prozesse abgesichert werden. Das kann auch dazu führen, dass die Aufbau- und Ablauforganisation in den unterschiedlichen Unternehmenseinheiten – beispielsweise bei Entwicklung, Beschaffung, Produktion, Logistik und Customer Care – neu gestaltet werden muss. Weiterhin gilt es zu klären, welche digitalen Technologien die Unternehmensstrategie vorantreiben können und wie deren reibungslose Implementierung sichergestellt werden kann. Hierbei wird die Fähigkeit, unterschiedlichste Daten intelligent zu erfassen und gezielt auszuwerten, immer wichtiger, um aus der Flut an Daten verwertbares Wissen und nachhaltig wirksame Entscheidungen ableiten zu können.

Die eigentliche Transformation

Consultants müssen in den Projekten dann sowohl auf der Führungsebene der Klienten als auch auf der breiten Mitarbeiterebene ein möglichst hohes und breites Verständnis der digitalen Veränderungsnotwendigkeiten und Chancen erzeugen. Entscheidungsstrukturen müssen für die Digitalisierung neu geordnet werden und ein umfassender kultureller Wandel hin zur digitalen Fitness damit einhergehen. Dabei müssen die Sorgen und Ängste der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ernst genommen sowie die Entwicklungen und die neuen Chancen im Markt erklärt werden. Hier sind zum Beispiel Schulungsprogramme notwendig, die sowohl die Fachbereiche als auch die IT einschließen. Und: Auch die Art und Weise, wie in den Unternehmen geführt und kommuniziert wird, muss angepasst werden. Hier können digitale Werkzeuge wie zeitgemäße Social-Media-Lösungen oder Collaboration-Tools enorme Potenziale freisetzen.

Auch die Consulting-Branche passt sich an

Die hierfür auf der Beraterseite notwendige Themen- und Lösungskompetenz müssen die Consultingfirmen auch selber strategisch und organisatorisch gestalten. Vor diesem Hintergrund erwarten 84 Prozent der Marktteilnehmer in der BDU-Marktstudie Facts & Figures 2015/2016, dass sich Beratungsportfolio, Geschäftsmodelle und Prozesse der Beratungsunternehmen im Zuge der Digitalisierung in den kommenden Jahren stark ändern werden. Besonders die großen, international ausgerichteten Consultingfirmen haben hierzu bereits umfangreiche Aktivitäten aufgesetzt.

79 Prozent der Unternehmensberatungen können sich weiterhin vorstellen, dass dabei in engerer Zusammenarbeit mit etablierten Software- Anbietern neue Lösungsanbieter bei den Themen Daten, Analyse, Business Intelligence und Cloud entstehen. Knapp drei Viertel aller Studienteilnehmer beobachten parallel dazu einen deutlichen Kampf um die digitalen Beratertalente. Bei den großen Marktteilnehmern liegt deren Anteil sogar bei 92 Prozent.

Aktuelle Geschäftslage im Consulting auf Topwert

Die Nachfrage von Unternehmen und Organisationen nach Unterstützung bei der digitalen Transformation hat sich konsequenterweise verstärkt. Das Thema entwickelt sich immer mehr zum Wachstumstreiber für die Unternehmensberatungsbranche. Dieser Effekt hat offensichtlich zum guten Gesamtergebnis beigetragen. Der Umsatz ist 2015 auf das neue Allzeithoch von 27 Milliarden Euro gestiegen. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von 7 Prozent (siehe Abb. 1.1). Für 2016 wird eine Umsatzsteigerung von 7,5 Prozent im Gesamtmarkt erwartet. 70 Prozent der Marktteilnehmer haben für das angelaufene Jahr eine positive Wachstumsprognose abgegeben. Besonders kräftige Impulse werden aus der Chemie und Pharmabranche (Wachstumsprognose für 2016: plus 8,9 Prozent) und von den Kreditinstituten (Wachstumsprognose für 2016: plus 8,6 Prozent) erwartet (siehe Abb. 1.2).

Abb. 1.1 / Quelle: Marktstudie "Facts & Figures zum Beratermarkt 2015/2016", BDU 2016
Abb. 1.2 / Quelle: Marktstudie "Facts & Figures zum Beratermarkt 2015/2016", BDU 2016

Die Vorstände und Geschäftsführer aller großen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland beschäftigen sich mit Digitalisierung, wenn auch mit unterschiedlicher Intensität. Wenn das Wort »Megatrend« irgendwo seine Berechtigung hat, dann bei der Veränderung von Geschäftsmodellen durch die Digitalisierung. Gerade die Industrieunternehmen, aber ganz deutlich nicht nur diese, werden durch die Digitalisierung ihre heutigen Geschäftsmodelle auf den Prüfstand stellen müssen. Alles, was digital ist, steht – theoretisch – weltweit zur Verfügung, kann aber auch fast überall erzeugt werden. Die Digitalisierung wird der Globalisierung also zusätzlichen Schwung verleihen. Und das Thema der Wettbewerbsfähigkeit wird wichtiger denn je.

Eine Bestätigung der Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland ist die Entscheidung von IBM, die (Schalt-)Zentrale für die Entwicklungen rund um den hauseigenen Supercomputer Watson in München anzusiedeln. Dieser besonders leistungsfähige Großrechner wird zu den weltweit herausragenden Technologielösungen zur Simulation von Intelligenz gezählt. Mit seiner Nutzung und der Unterstützung von speziellen Anwenderprogrammen ist es möglich, riesige Mengen von Daten, wie sie zum Beispiel in einer Maschine oder einer Produktionsstraße anfallen, zu sammeln, zu speichern und zu analysieren. Die Amerikaner setzen mit aller Macht auf neue, eigene Geschäftsmodelle als wichtigen Treiber für Umsatz und Gewinn. Aber auch Kunden nutzen die umfangreiche Angebotspalette von IBM, die durch den »Supercomputer« möglich wird.

Die Meldung verkörpert eine über den nüchternen Inhalt hinausgehende Botschaft für den Standort Deutschland und dessen künftige Entwicklung. Die damit einhergehenden milliardenschweren Investitionen werden der Industrialisierung des Internets hierzulande einen zusätzlichen, riesigen Schub verleihen, speziell der Digitalisierung des verarbeitenden Gewerbes. Deutschland beziehungsweise München wurde in diesem Zusammenhang mit Bedacht ausgesucht: Nirgendwo sind die Einsatzgebiete des »Internets der Dinge« so ideal ausgeprägt wie hier. Das verarbeitende Gewerbe ist breit aufgestellt und reicht vom Auto über den Computerchip bis zur Zahnradbahn.

Marktchancen werden jetzt vergeben

Zum Thema »Industrie 4.0/Digitalisierung« sind auf verschiedensten Ebenen zahllose größere und kleinere Initiativen aufgesetzt worden. Auch die Politik hat die Herausforderungen der digitalen Transformation für Deutschland erkannt und als eine der zentralen Gestaltungsaufgaben für die kommenden Jahre angenommen. Egal, ob man beispielsweise die 2015 gestartete Plattform Industrie 4.0 mit rund 250 Akteuren aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft oder die weltweit erste industrieübergreifende 4.0-Anlage der Technologie Initiative SmartFactory Kaiserslautern betrachtet, eines ist allen gemein: Sie haben sich zum Ziel gesetzt, den Standort Deutschland als Vorreiter und Motor für die digitale Transformation in der globalen Wirtschaft und Industrie zu positionieren. Und es ist von überragender Bedeutung, dass dies auch gelingt. Der Wettbewerb um die beste Ausgangsposition in der jetzigen Startphase des neuen Industriezeitalters ist hart. Aber jetzt gilt es: Wer den Anschluss verpasst, wird das nicht mehr aufholen können.

© Daimler AG

Leider gibt es in Deutschland hierbei nicht nur Licht. Ausgerechnet der Beschäftigungsgarant, der Mittelstand, hinkt – zumindest in Teilen – hinterher. Im Rahmen einer Mittelstandsstudie der Commerzbank vom Mai 2015 sagten 63 Prozent der 4.000 befragten Top-Entscheider aus mittelständischen Unternehmen quer durch alle Branchen aus, dass der Mittelstand das Thema Digitalisierung derzeit noch eher vernachlässigt. Dabei sind die Chancen des vierten Revolutionsschrittes in der industriellen Produktion enorm: Allein die Perspektive auf eine rentable Fertigung selbst kleinster Mengen bei vernetzten, ressourcenschonenden und effizienzorientierten Prozessen stellt eine riesige Triebfeder dar. Aber es reicht nicht aus, nur auf digitale Technologien zu setzen. Die Veränderungen und Anpassungen, die in den Unternehmen und Organisationen initiiert und umgesetzt werden müssen, sind ganzheitlich zu betrachten. Betroffen sind Geschäftsmodelle, Prozesse oder Lieferketten genauso wie Vertriebsstrukturen, Marketing oder Mitarbeiterentwicklung. Und: Alles muss ausgerichtet und verknüpft sein mit der auf die digitalen Chancen ausgerichteten Geschäftsstrategie.

Consultants unterstützen Klienten auf allen Ebenen der Digitalisierung

Den Unternehmensberatern kommt bei der digitalen Transformation eine wichtige Rolle zu.

Es beginnt mit der grundsätzlichen Orientierung. Die Klienten wollen zunächst verstehen, wie die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung das bisherige Geschäft verändern werden, welche Chancen entstehen und wo die Risiken liegen. In den nächsten Schritten stehen die Details und Vertiefungen auf drei Ebenen im Mittelpunkt:

Strategie und Geschäftsmodelle

Die Klienten benötigen Unterstützung, um ihre Strategien an den immer stärker werdenden Kräften der Veränderung und des Wettbewerbs schnell und erfolgversprechend auszurichten. Im Kern geht es darum, bestehende Geschäftsmodelle gegen neue Wettbewerber abzusichern und gleichzeitig neue lukrative Geschäftsfelder aufzubauen. Kurzum: In den Strategieprojekten gilt es, den priorisierten Wertschöpfungshebel für die digitale Unternehmenszukunft zu finden. Dazu gehört unter anderem auch, gemeinsam mit den Klienten Investitionsprioritäten für die digitale Strategie festzulegen und zu klären, welche Geschäftsbereiche von den digitalen Trends und der Wertverschiebung profitieren und welche vernachlässigt werden können.

Unternehmensberater befinden sich hier in einer besonderen Position, da sie in vielen Beratungsprojekten schon intensive Erfahrungen auch in anderen Branchen sammeln konnten. Bereits erfolgreich praktizierte Methoden oder Lösungen lassen sich oft – in angepasster Form – von einer Industrie- oder Wirtschaftssparte auf die andere übertragen.

Prozesse und Technologie

Die strategischen und taktischen Vorteile müssen in einem nächsten Schritt durch effektive operative Prozesse abgesichert werden. Das kann auch dazu führen, dass die Aufbau- und Ablauforganisation in den unterschiedlichen Unternehmenseinheiten – beispielsweise bei Entwicklung, Beschaffung, Produktion, Logistik und Customer Care – neu gestaltet werden muss. Weiterhin gilt es zu klären, welche digitalen Technologien die Unternehmensstrategie vorantreiben können und wie deren reibungslose Implementierung sichergestellt werden kann. Hierbei wird die Fähigkeit, unterschiedlichste Daten intelligent zu erfassen und gezielt auszuwerten, immer wichtiger, um aus der Flut an Daten verwertbares Wissen und nachhaltig wirksame Entscheidungen ableiten zu können.

Die eigentliche Transformation

Consultants müssen in den Projekten dann sowohl auf der Führungsebene der Klienten als auch auf der breiten Mitarbeiterebene ein möglichst hohes und breites Verständnis der digitalen Veränderungsnotwendigkeiten und Chancen erzeugen. Entscheidungsstrukturen müssen für die Digitalisierung neu geordnet werden und ein umfassender kultureller Wandel hin zur digitalen Fitness damit einhergehen. Dabei müssen die Sorgen und Ängste der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ernst genommen sowie die Entwicklungen und die neuen Chancen im Markt erklärt werden. Hier sind zum Beispiel Schulungsprogramme notwendig, die sowohl die Fachbereiche als auch die IT einschließen. Und: Auch die Art und Weise, wie in den Unternehmen geführt und kommuniziert wird, muss angepasst werden. Hier können digitale Werkzeuge wie zeitgemäße Social-Media-Lösungen oder Collaboration-Tools enorme Potenziale freisetzen.

Auch die Consulting-Branche passt sich an

Die hierfür auf der Beraterseite notwendige Themen- und Lösungskompetenz müssen die Consultingfirmen auch selber strategisch und organisatorisch gestalten. Vor diesem Hintergrund erwarten 84 Prozent der Marktteilnehmer in der BDU-Marktstudie Facts & Figures 2015/2016, dass sich Beratungsportfolio, Geschäftsmodelle und Prozesse der Beratungsunternehmen im Zuge der Digitalisierung in den kommenden Jahren stark ändern werden. Besonders die großen, international ausgerichteten Consultingfirmen haben hierzu bereits umfangreiche Aktivitäten aufgesetzt.

79 Prozent der Unternehmensberatungen können sich weiterhin vorstellen, dass dabei in engerer Zusammenarbeit mit etablierten Software- Anbietern neue Lösungsanbieter bei den Themen Daten, Analyse, Business Intelligence und Cloud entstehen. Knapp drei Viertel aller Studienteilnehmer beobachten parallel dazu einen deutlichen Kampf um die digitalen Beratertalente. Bei den großen Marktteilnehmern liegt deren Anteil sogar bei 92 Prozent.

Aktuelle Geschäftslage im Consulting auf Topwert

Die Nachfrage von Unternehmen und Organisationen nach Unterstützung bei der digitalen Transformation hat sich konsequenterweise verstärkt. Das Thema entwickelt sich immer mehr zum Wachstumstreiber für die Unternehmensberatungsbranche. Dieser Effekt hat offensichtlich zum guten Gesamtergebnis beigetragen. Der Umsatz ist 2015 auf das neue Allzeithoch von 27 Milliarden Euro gestiegen. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Plus von 7 Prozent (siehe Abb. 1.1). Für 2016 wird eine Umsatzsteigerung von 7,5 Prozent im Gesamtmarkt erwartet. 70 Prozent der Marktteilnehmer haben für das angelaufene Jahr eine positive Wachstumsprognose abgegeben. Besonders kräftige Impulse werden aus der Chemie und Pharmabranche (Wachstumsprognose für 2016: plus 8,9 Prozent) und von den Kreditinstituten (Wachstumsprognose für 2016: plus 8,6 Prozent) erwartet (siehe Abb. 1.2).

Abb. 1.1 / Quelle: Marktstudie "Facts & Figures zum Beratermarkt 2015/2016", BDU 2016
Abb. 1.2 / Quelle: Marktstudie "Facts & Figures zum Beratermarkt 2015/2016", BDU 2016

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